Über uns

Arbeitskreis Geographie und Geschlecht

Der Arbeitskreis (AK) Geographie und Geschlecht ist ein Netzwerk von GeographInnen innerhalb und außerhalb der Hochschulen (-> Mitglieder). Sein Ziel ist es, die geographische Geschlechterforschung theoretisch und methodisch weiter zu entwickeln und ihre Relevanz in Forschung und Praxis zu stärken. Weiter sucht der Arbeitskreis aus geographischer Perspektive die kritische Auseinandersetzung mit dem interdisziplinären Feld der Geschlechterstudien. Mit der Aufgabe, Geschlechterhierarchisierungen innerhalb der geographischen Theoriebildung, der empirischen Arbeit sowie innerhalb der Institutionen geographischer Wissenschaft und Praxis sichtbar zu machen, verfolgt das Netzwerk einen wissenschaftlichen und einen politischen Anspruch.

Startpunkt des Arbeitskreises

Der Arbeitskreis hat eine mittlerweile über zwanzigjährige Geschichte. Seine Gründung geht auf ein Treffen von Geographinnen im Mai 1988 im Schweizer Jura zurück. Auch wenn die Schweizer Berge nicht gerade für progressive oder emanzipatorische Entwicklungen stehen, war und ist der Jura mit seiner Uhrmachertradition immer wieder ein Ort von – anarchistischen und anderen – Bewegungen. Die Auseinandersetzung mit Geschlechterverhältnissen war zu dieser Zeit in der Disziplin Geographie marginal. Bis Ende der 1980er Jahre gingen Impulse für feministisch-geographische Ansätze überwiegend von Studentinnen aus, die angeregt durch sozialwissenschaftliche Nachbardisziplinen an einzelnen Hochschulstandorten Arbeitskreise, Lehrveranstaltungen, Workshops und Publikationen initiierten. Das Bedürfnis nach Erfahrungsaustausch und Fachdiskussionen von feministischen Geographinnen an Hochschulen in der Schweiz, Deutschland und Österreich war entsprechend groß. Seit 1988 wird regelmäßig der ”Geo-Rundbrief: Mitteilungen zu feministischer Geographie” (seit 2000 als „GeoRundmail: Informationen Rund um feministische Geographie“ (-> GeoRundmail)) als Informationsplattform zur geographischen Geschlechterforschung von AK-Mitgliedern herausgegeben.

Beim 47. Deutschen Geographentag in Saarbrücken 1989 wurde der Arbeitskreis unter dem Namen „AK Feministische Geographie“ formal gegründet und ist seit dem bei Geographentagen mit Arbeitskreissitzungen vertreten und initiiert Fachsitzungen zur Geschlechterforschung. In der Folge erschienen zahlreiche Publikationen mit konzeptionellen und empirischen Beiträgen.

Theoretisch-methodologische Verortung des Arbeitskreises

Die deutschsprachige Geschlechterforschung in der Geographie nimmt in unregelmäßigen Abständen eine Standortbestimmung vor, die sowohl die Reflexion erzielter Veränderungen, institutioneller Strukturen wie auch die Forschungsgegenstände betrifft. Forschungsarbeiten, die Geschlechterkategorien in der Geographie thematisieren, können mittlerweile auf ein breites Spektrum an theoretischen und methodologischen Ansätzen zu Geschlechterverhältnissen und Raumproduktionen zurückgreifen. Die Bezeichnungen „geographische Frauenforschung“, „gendersensitive Forschung“, „feministische Geographien“ tragen dem Rechnung und kennzeichnen unterschiedliche Phasen und Perspektiven der Geschlechterforschung in der Geographie. Um diesen vielfältigen Perspektiven Raum zu geben, wurde der Arbeitskreis 2005 in AK „Geographie und Geschlecht“ umbenannt und vereint Positionen der Frauenforschung, Genderforschung, feministischen Forschung und der queer studies, die die Kategorie „Frau“ und „Geschlecht“ und deren Bedeutung für gesellschaftliche Differenzstrukturen auf unterschiedliche Weise betrachten. Der AK ist international und interdisziplinär vernetzt (-> Vernetzung). Die Mitglieder des AK arbeiten zu verschiedenen Schwerpunkten der Geschlechterforschung (-> Mitglieder).

Kontakt zu den Sprecherinnen des AK

Prof. Dr. Carolin Schurr
Fachbereich Transkulturelle Studien
Universität St. Gallen (Schweiz)
carolin.schurr [at] unisg.ch

Dr. Anne Vogelpohl
Institut für Geographie
Universität Hamburg (Deutschland)
anne.vogelpohl [at] uni-hamburg.de